| Zu allererst werden wir uns der Konfiguration der VB-Entwicklungsumgebung annehmen. Um effizient arbeiten zu können, sollte die IDE gut eingestellt sein. Ich lege ihnen die folgenden Tipps zur Konfiguration nahe, weil ich sie selbst seid längerer Zeit benutze und für sehr gut halte. Öffnen Sie bitte unter dem Menü Extras – Optionen den Optionen-Dialog. Auf der Seite „Editor“ sollten Sie besonders den folgenden Einstellungen Beachtung schenken: Automatische Syntaxüberprüfung Deaktivieren Sie diese Einstellung, wenn Sie diese MessageBoxen auch immer nerven, wenn Sie eine halbfertige Codezeile verlassen, um an einer anderen Stelle des Codes etwas nachzuschlagen. Wenn Sie diese Einstellung deaktivieren, kommen diese Fehlermeldungen nicht mehr, sondern die Zeile wird einfach nur rot angezeigt. Da ich sehr oft zwischen den Zeilen hin- und herspringe, wenn ich z.B. den Namen einer Variable oder eine Formel nicht mehr genau weiß, nervte mich diese Einstellung ganz besonders. Variablendeklaration erforderlich Nachdem Sie diese Option aktiviert haben, wird in jedem Modul am Anfang der Code "Option Explicit" angefügt. Dieser erzwingt die Deklaration von Variablen, was besonders bei umfangreichen Projekten absolut notwendig ist. VB zwingt Sie damit sozusagen zur Ordnung. :-) Tabulator Schrittweite Belassen Sie diese Einstellung am besten bei vier. So können Sie die Strukturierung des Codes am besten sehen, sofern richtig eingerückt wurde. Seite "Editorformat" Hier sollten Sie nicht allzu kreativ sein. Benutzen Sie am besten einen weißen bis hellgrauen Hintergrund, und eine schwarze Farbe für normalen Code. Die Standardeinstellungen von VB sind hier vollkommen Ok. Falls Sie die Schriftart ändern möchten, nehmen Sie am besten eine feste Schriftart, dessen Buchstaben alle gleich breit sind. Darunter gehört zum Beispiel "Courier New" oder "Terminal". Erstere Schriftart ist allerdings am besten zu lesen und ist nicht zu fett. Seite "Allgemein" Die Rastereinstellung sollte bei 60 oder 45 Twips liegen, jedoch nicht mehr, damit Sie mehr Freiheiten bei der Positionierung haben. Und nicht zu klein. Es ist wichtig, dass die Controls auf der Form einen ausreichenden Abstand zueinander und zum Form-Rand haben. Er sollte allerdings nicht zu groß sein, sonst wirkt die Form unübersichtlich. Versuchen Sie, sich an anderen Programmen zu orientieren und finden Sie ein ideales Mittel. Seite "Umgebung" Hier schließlich können Sie im eigenem Interesse an ihre Daten und Codes im Feld "Beim Starten ihres Programms" das Speichern aktivieren. Auf jeden Fall sollte die Abfrage erscheinen, wenn Sie allerdings auf Nummer sicher gehen wollen, gleich automatisch speichern lassen. Gewöhnen Sie sich zusätzlich an, bei jeder größeren Änderung eines Codes einfach mal fix STRG+S zu drücken. Das bewirkt das speichern und tut auch nicht weh ;-) Als Argument gegen diese Vorgehensweise wird oft gesagt, dass bei Umschreibaktionen von Programmen nicht gespeichert werden kann, um das Programm nicht zu "vercoden". Die einfachste Lösung lautet: Backup machen! Anordnung der Toolbars und Fenster Mit den Standardeinstellungen und den normalerweise angezeigten Fenstern und Toolbars werden Ihnen eine Menge höchst nützlicher Werkzeuge vorenthalten. Beispielsweise sollten Sie auf jeden Fall neben der Standard-Toolbar auch die "Bearbeiten" und "Form-Editor" Leisten anzeigen. "Bearbeiten" enthält zum Beispiel zwei Knöpfe zum (aus-)kommentieren von mehreren Zeilenblöcken sowie zum einfachen Einrücken mehrerer Zeilen. Alternativ können Sie übrigens auch die Zeilen markieren und mit der Tab-Taste Einrückungen vornehmen. Mit Shift-Tab nehmen Sie die Einrückung zurück. Die "Form-Editor" Leiste hilft Ihnen beim Positionieren Ihrer Controls. Sie können zum Beispiel andere Steuerelemente an ein bestimmtes Objekt ausrichten oder zentrieren. Neu: Toolbar-Button: Vollständige Kompilierung Visual Basic führt innerhalb der IDE standardmäßig Programme unvollständig aus. Es kompiliert lediglich die benötigten Teile hinzu, je nach Bedarf. Das hat den Vorteil, dass der Start relativ schnell geht, da nicht das gesamte Projekt analysiert wird. Allerdings hat dies den entscheidenen Nachteil, dass evtl. Syntaxfehler in Prozeduren, die beim Start nicht ausgeführt werden, sondern z.B. per Button, erst erkannt werden, wenn diese Prozeduren ausgeführt werden. Führt man das Programm in vollständiger Kompilierung aus, gleicht das einem Speichern als Exe-Datei. VB analysiert den gesamten Code nach Fehlern und lässt es erst dann locker, wenn alle beseitigt sind. ;-) Es gibt einige Wege, wie Sie das Programm vollständig kompiliert starten können. Einerseits geht es über den Menüpunkt "Ausführen"->"Starten, vollständige Kompilierung" bzw. dem Hotkey STRG+F5. Am elegantesten allerdings geht es über einen eigenen Button in der Toolbar, direkt rechts neben dem normalen Startknopf. Abbildung 1: So könnte Ihr neuer Button in der Toolbar aussehen. Einen eigenen Button in die Toolbar setzen Klicken Sie auf eine freie Fläche in dem Toolbar-Bereich und wählen Sie "Anpassen". Wechseln Sie auf den Tab-Reiter "Befehle" und wählen Sie links "Ausführen" aus. In der rechten Liste sollte nun ein Eintrag "Starten, vollständige Kompilierung" zu finden sein. Schieben Sie ihn dort in die Toolbar, wo Sie ihn haben wollen. Anschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den normalen "Ausführen"-Knopf und wählen sie "Schaltflächensymbol kopieren" aus. Nun öffnen Sie das Kontextmenü des neuen Buttons und wählen "Schaltflächensymbol einfügen" und anschließend "Schaltflächensymbol bearbeiten". In dem nun erscheinenden Dialog lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf ;-) Wenn Sie ein schönes Motiv für den Button erstellt haben, bestätigen Sie den Dialog und schließen Sie das Anpassen-Fenster. Wenn Sie nun auf den Button klicken, wir das Programm mit vollständiger Kompilierung gestartet und Sie können sich sicher sein, dass das Programm keine Syntax- und Deklarationsfehler mehr enthalten sollte, wenn keine entsprechende Fehlermeldung erscheint. Neu: Standardpfad für Ihre VB-Projekte Nachdem Sie VB gestartet haben, erscheint ein Dialog, indem Sie ein neues Projekt erstellen, beziehungsweise ein bestehendes Projekt öffnen können (Tabreiter "Vorhanden"). Jedoch müssen Sie sich meist bis zu Ihrem eigentlichen Pfad zu Ihren VB-Projekten durchklicken, da VB hier als Ausgangspfad das Installationsverzeichnis von VB vorsieht. Es findet sich weder in den Einstellungen, noch in der Registry ein entsprechender Eintrag dafür. Um trotzdem den Pfad zu ändern, müssen Sie das Arbeitsverzeichnis ändern, in dem VB standardmäßig gestartet wird. Dies geht, indem Sie die Verknüpfung im Startmenü modifizieren. So gehen Sie vor Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag von Visual Basic im Startmenü. Wählen Sie Eigenschaften. Unter dem Tabreiter "Verknüpfung" (differiert ggf. unter anderen Betriebssystemen) ändern Sie den Eintrag "Ausführen in:" nach Ihren Wünschen. Beachten Sie, dass Sie bei langen Verzeichnisnamen (also wenn diese z.B. Leerzeichen enthalten) unbedingt Anführungszeichen an den Anfang und ans Ende des eingegebenen Pfades stellen. Bestätigen Sie mit OK und probieren Sie es direkt aus ;-) |