| Dieser Abschnitt stellt einige der wichtigsten LaTeX-Befehle für Formeln knapp vor. Ein einführender Artikel wie der vorliegende kann keinesfalls Symbolreferenzen wie [6] ersetzen. Griechische Buchstaben Sämtliche griechischen Groß- und Kleinbuchstaben, die nicht identisch zu einem lateinischen Buchstaben aussehen, sind als Befehle (ohne Argumente) unter ihrem englischen Namen verfügbar, siehe Tabelle. Für manche Zeichen gibt es Varianten, deren Befehlsnamen mit \var; beginnen. | Eingabe | Ausgabe | | \Gamma\Delta\Theta\Lambda\Xi\Pi |  | | \Sigma\Upsilon\Phi\Psi\Omega |  | | \alpha\beta\gamma\delta\epsilon\varepsilon\zeta\eta |  | | \theta\iota\kappa\lambda\mu\nu\xi\pi\varpi\rho\varrho |  | | \sigma\tau\upsilon\phi\varphi\chi\psi\omega |  | Formatierungen Lateinische Buchstaben, Ziffern und griechische Großbuchstaben können in verschiedenen Schriftstilen dargestellt werden. Auf andere Zeichen (griechische Kleinbuchstaben, Operatoren) hat der gewählte Schriftstil keine Auswirkungen. Alle diese Befehle erwarten genau ein obligatorisches Argument -- die Zeichen, die in dem entsprechenden Stil gesetzt werden sollen. In unten stehenden Tabelle werden sie beispielhaft vorgestellt. | Stil | Befehl | Beispiel | | keiner | - |  | | aufrecht | \mathrm |  | | kursiv | \mathit |  | | fett | \mathbf |  | | serifenlos | \mathsf |  | Neben diesen Standardstilen gibt es noch einige weitere Stile, die jedoch nur für einige der oben verwendeten Zeichen definiert sind. Der Versuch, sie auf andere Zeichen anzuwenden, erzeugt völlig verschiedene Operatorzeichen, die sich in der jeweiligen Schriftart zufällig an der selben Position befinden. Deshalb ist in der folgenden Tabelle angegeben, für welche Zeichen die jeweiligen Stile sinnvolle Resultate liefern. | Stil | definiert für | Befehl | Beispiel | | Fraktur | lateinische Buchstaben, Ziffern | \mathfrak |  | | kalligrafisch | lateinische Großbuchstaben | \mathcal |  | | doppelt gestrichen | lateinische Großbuchstaben | \mathbb |  | Zu beachten ist, dass diese Stile nicht miteinander kombiniert werden können. So ergibt \mathbf{\mathit{ABC}} keineswegs fette und kursive Zeichen, sondern lediglich kursive: . Etwas aus der Reihe fällt der Befehl \boldsymbol, der die Zeichen in seinem Argument fett druckt, aber keine weiteren Stiländerungen vornimmt. Dieser Befehl funktioniert mit fast allen Zeichen, auch griechischen Kleinbuchstaben und Operatoren. In der Tabelle sind einige Beispiele dafür aufgeführt. | Eingabe | Ausgabe | | \boldsymbol{ABC \mathsf{def}} |  | | \boldsymbol{\Gamma\Delta\Theta\alpha\beta\gamma} |  | | \boldsymbol{3 - (1+2) = 0} |  | Die Befehle \overline{Ausdruck} und \underline{Ausdruck} können zum Über- bzw. Unterstreichen von Ausdrücken benutzt werden. Leerstellen Wie oben beschrieben, werden Leerzeichen bei der Eingabe ignoriert und automatisch bestimmte Leerräume um bestimmte Zeichen eingefügt. Will man manuell Leerstellen einfügen, so ist das mit den Befehlen aus der nachfolgenden Tabelle möglich. \! fügt einen negativen Abstand ein. | Befehl | Wirkung | Beispiel | | \, |  |  | | \; |  |  | | \ (Leerzeichen) |  |  | | \quad |  |  | | \qquad |  |  | | \! |  |  | Brüche Brüche lassen sich mit dem Befehl \frac Zähler Nenner einfügen. Die beiden Argumente sind obligatorisch. Mit \tfrac statt \frac kann eine geringere Schriftgröße für Zähler und Nenner erreicht werden. | Eingabe | Ausgabe | | \frac\pi2 |  | | \frac{11}{12} |  | | \tfrac m 2 |  | Wurzeln Für Wurzeln steht der \sqrt-Befehl zur Verfügung. Er erwartet ein optionales Argument, den Wurzelexponenten, und ein obligatorisches Argument, den Radikanden. Wird der Wurzelexponent nicht angegeben, wird auch kein solcher gedruckt. | Eingabe | Ausgabe | | \sqrt{\frac\pi2} = \frac{\sqrt\pi}{\sqrt2} |  | | \sqrt x = \sqrt[4]{x^2} | ![Latex: \sqrt x = \sqrt[4]{x^2}](http://www.activevb.de/cgi-bin/latex/img.pl?%5Csqrt%20x%20%3D%20%5Csqrt%5B4%5D%7Bx%5E2%7D) | Klammern Neben den einfachen Klammern (, ), [ und ] stellt LaTeX über die in dieser Tabelle gezeigten Befehle weitere Klammersymbole zur Verfügung. | Eingabe | Ausgabe | | \{...\} oder \lbrace...\rbrace |  | | \langle...\rangle |  | | \lceil...\rceil |  | | \lfloor...\rfloor |  | | \lVert...\rVert |  | Für einfache senkrechte Striche kennt LaTeX die Befehle \lvert und \rvert, die aber von der bei den Foren von ActiveVB verwendeten Implementation nicht unterstützt werden. Der senkrechte Strich | sollte nicht für klammerartige Symbole (z.B. Betragsstriche) verwendet werden, da LaTeX in diesem Fall Abstände nicht automatisch einfügen kann, was zu unansehnlichen Resultaten wie führt. Stattdessen sollten hier die im nächsten Absatz vorgestellten Befehle \left und \right verwendet werden. Alle diese Symbole werden in einer festen Größe eingefügt. Mit den Befehlen \left und \right, gefolgt von einem Klammerungssymbol oder -befehl, wird LaTeX veranlasst, das Klammerungssymbol mindestens so hoch wie den geklammerten Ausdruck zu machen. Die Befehle \left und \right müssen richtig geschachtelt werden, das jeweilige Klammerzeichen dabei ist jedoch egal. \lvert und \rvert können nach \left und \right durch den einfachen Strich | ersetzt werden. Ist \left oder \right an einer Stelle syntaktisch nötig, an der kein sichtbares Klammerungsymbol eingefügt werden soll, kann das Klammersymbol durch einen Punkt (.) ersetzt werden. | Eingabe | Ausgabe | | \left( \frac12, 1 \right] | ![Latex: \left( \frac12, 1 \right]](http://www.activevb.de/cgi-bin/latex/img.pl?%5Cleft%28%20%5Cfrac12%2C%201%20%5Cright%5D) | | \left] 0, \frac12 \right[ | ![Latex: \left] \frac12, 1 \right[](http://www.activevb.de/cgi-bin/latex/img.pl?%5Cleft%5D%20%5Cfrac12%2C%201%20%5Cright%5B) | | \left| ... \right\rangle \left\langle ... \right| |  | | \left. \frac12 \right\rbrace |  | Operatoren Abseits der Grundrechenarten stehen zahlreiche weitere Operatorsymbole zur Verfügung. Die Tabelle zeigt einige von ihnen, eine vollständige Liste findet sich in [6]. | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | | + |  | - |  | \pm |  | | \cdot |  | \times |  | : |  | | / |  | \div |  | \circ |  | | \bullet |  | \ast |  | \star |  | | \in |  | \ni |  | \cap |  | | \cup |  | \setminus |  | | | Relationszeichen Auch hier kann angesichts der großen Anzahl bereitgestellter Symbole nur ein kleiner Überblick gegeben werden, für umfangreichere Tabellen sei wiederum auf [6] verwiesen. Alle Relationszeichen können durch Voranstellen des Befehls \not negiert (durchgestrichen) werden; so wird \not< zu . | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | | = |  | \neq |  | < |  | | > |  | \leq |  | \geq |  | | \ll |  | \gg |  | \subset |  | | \supset |  | \equiv |  | \sim |  | | \approx |  | \simeq |  | \cong |  | Große Operatoren Diese Zeichen unterscheiden sich von anderen Operatoren dadurch, dass Hoch- und Tiefstellungen über bzw. unter dem Operatorsymbol angezeigt werden. Wie bei anderen Zeichen sind auch hierbei höchstens eine Hochstellung und höchstens eine Tiefstellung erlaubt. | Eingabe | Ausgabe | | \sum_{i=0}^n |  | | \int_{-\infty}^\infty |  | | \oint_\Gamma |  | Akzente Akzente sind kleine Zeichen, die über einen Basisausdruck gesetzt werden. Die Akzentbefehle erwarten alle den Basisausdruck als obligatorisches Argument. Soll ein Akzent auf eines der Zeichen "i" oder "j" gesetzt werden, so ist dieses durch die punktlose Variante \imath ( ) bzw. \jmath ( ) zu ersetzen, um umschöne Effekte wie bei \vec i ( ) zu vermeiden. | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | | \dot x |  | \ddot x |  | \acute x |  | | \bar x |  | \vec x |  | \tilde x |  | | \hat x |  | \check x |  | \breve x |  | Pfeile und sonstige Symbole Natürlich können auch hier nur wenige wichtige Symbole aufgezählt werden. | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | Eingabe | Ausgabe | | \leftarrow |  | \rightarrow |  | \leftrightarrow |  | | \Leftarrow |  | \Rightarrow |  | \Leftrightarrow |  | | \mapsto |  | \infty |  | \ldots |  | | \cdots |  | \vdots |  | \ddots |  | Spezielle Funktionen Anfänger versuchen häufig, spezielle Funktionen wie Sinus und Kosinus als einzelne Zeichen einzugeben, was jedoch zu unansehnlichen Resultaten führt. So wird sin x als ausgegeben. Die typografischen Konventionen erfordern jedoch, dass mehrbuchstabige Funktionsnamen aufrecht und mit kleinen Abständen auf beiden Seiten ( ) gedruckt werden, um sie von dem ohne Multiplikationsoperator geschriebenen Produkt einzelner einbuchstabiger Variablen zu unterscheiden. Prinzipiell ließe sich die gewünschte Formatierung mit den schon bekannten Befehlen realisieren (man denke an \mathrm{sin}\,x), viel einfacher ist jedoch die Verwendung der vordefinierten Befehle für häufig vorkommende spezielle Funktionen. In den meisten Fällen liefert die Eingabe des Funktionsnamens als Befehl (\sin, \cos, \tan, \exp, \log...) das Gewünschte, weswegen an dieser Stelle auf eine nicht allzu erhellende Auflistung der Funktionsnamen verzichtet wird. Befehle wie \lim oder \sup stellen keine Funktionen dar, haben aber ähnliche typografische Eigenschaften und lassen sich deshalb für LaTeX in die gleiche Kategorie einordnen wie die speziellen Funktionen. Der Befehl \lim ordnet Tiefstellungen wie bei den großen Operatoren unter dem Limessymbol an. Text Textuelle Anmerkungen können unter Verwendung des Befehls \text{Text} eingefügt werden. Der Text wird im Textmodus gesetzt; dies bewirkt unter anderem, dass keine Mathematikbefehle vorkommen dürfen und Leerzeichen zur Trennung von Wörtern beachtet werden. |